| 03. Mai 2010
„Sport zwischen Kommerzialisierung und sozialem Engagement“
Zum vierten Male fand diese von der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes ins Leben gerufene Sportrede im historischen Kölner Rathaus statt. Mehr als 230 Zuhörerinnen und Zuhörer, unter ihnen mit LSB-Präsidentin Karin Augustin und Hauptgeschäftsführer Lothar Westram auch die Spitze des rheinland-pfälzischen Sports, folgten der programmatischen Rede des DFB-Präsidenten Dr. Zwanzigers.

DFB-Präsident Dr. Zwanziger wünscht sich, das wirtschaftliche Interessen mit der Tradition sportlicher Werte verbunden werden. (Foto: Führungsakademie DOSB)
Die Erwartungen an die Rede Dr. Zwanzigers waren – genährt gerade auch durch die mit seinem Namen verbundenen sozialen Initiativen – hoch. „Wenn mir die Gelegenheit zu einer solchen Rede geboten wird“, so der aus dem rheinland-pfälzischen Altendiez stammende DFB-Präsident, „dann nehme ich sie dankbar an. Denn es geht mir immer um den gesamten Sport und nicht nur um den Fußball. Zu meinen Idolen gehörten der Tischtennisspieler Eberhard Schöler und der hier im Saal sitzende Leichtathlet Manfred Germar. Und ich weiß auch, dass das Verhältnis der TV-Sendezeiten verschiedener Sportarten untereinander keineswegs das Leistungsverhältnis der Sportarten richtig wieder gibt. Wir dürfen die Einheit des Sports nicht aufs Spiel setzen.“
Das Spannungsfeld zwischen Kommerzialisierung und sozialem Engagement des Sports zeigte der DFB-Präsident u.a. am Beispiel der Namensgebung von Stadien auf. München hat seine Allianz-Arena, die für Kommerz steht; das WM-Stadion in Kaiserslautern trägt den Namen des legendären Fritz Walter, der Sinnbild ist für Fairness, Teamgeist und andere traditionelle Werte des Sports. Zwanziger: „Ich wünschte mir eine gute Lösung, wie man verständliche wirtschaftliche Interessen mit der Tradition sportlicher Werte verbinden kann.“
„Der DFB ist gemeinnützig,“ betonte Dr. Zwanziger. „Gemeinnützigkeit richtet sich nicht gegen kommerzielles Handeln und die Wirtschaft, sondern betont die gemeinnützige Verwendung der erwirtschafteten Mittel. Mit neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten begann der Sport auch, seiner gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen. Zwanziger erinnert an die zahlreichen Stiftungen, mit denen der DFB soziale Projekte unterstützt: “Der Kommerz dient diesen sozialen Stiftungen.“ Und er hilft, im Ehrenamt Qualifizierungsmöglichkeiten zu nutzen. Dies sei wichtig, denn „wir müssen Werte vermitteln“. Seinen gesellschaftlichen Verpflichtungen könne der Sport nur nachkommen, wenn er seine guten Produkte wirtschaftlich vermarkte und er sich auch seiner politischen Verantwortung bewusst werde.











