| 29. August 2011
Tennis
Die große organisatorische Herausforderung blieb aus, das Wetter hat gehalten: Abgesehen von einem kurzen Abstecher unters Hallendach bei Blitz und Donner am späten Auftakttag schien für die Tennisjugend des TV Rheinland-Pfalz am Meisterschaftswochenende die Sonne. Nach drei spannenden Wettkampftagen mit sehenswerten Ballwechseln strahlten die Titelträger und Platzierten bei der Siegerehrung: Auf der Anlage des TC Boehringer Ingelheim hatten rund 140 Kinder und Jugendliche um die Titel in den Altersklassen U16, 14, 12 weiblich und U18, 16, 14, 12 männlich gekämpft.
Edgar Helm, Jugendwart des Tennisverbandes Rheinland-Pfalz (TVRP), war zufrieden: „Die Teilnehmerzahl war etwas geringer, das war aber auch so in Ordnung. Denn hier waren die Spielerinnen und Spieler, die in Rheinland-Pfalz zu den besten zählen, am Start. Wir haben von Anfang an tolle Matches gesehen.“ Sportliches Fazit: Es waren die Meisterschaften der Favoriten.
So wie bei den U18-Junioren: Mit Constantin Schmitz (Andernacher TC) und Steffen Hillenmeier (TSV Schott Mainz) standen sich die beiden großen Titelkandidaten im Finale gegenüber. Schmitz war aufgrund seiner guten Ranglistenposition als U16-Spieler in der höheren Altersklasse an Eins gesetzt. Hillenmeier, in Ingelheim die Nummer drei, hatte durch eine furiose Regionalliga-Saison auf sich aufmerksam gemacht. Beide lieferten in einem packenden Match auf gutklassigem Niveau den sportlichen Hingucker dieser Meisterschaften. Nach einer schnellen 3:0-Führung Hillenmeiers kam der junge Herausforderer zurück. Ab dem 3:3 war die Partie völlig offen.
Beide Finalisten pendelten zwischen hochklassigem Tennis – mal mit Power von der Grundlinie, mal mit gefühlvollen Stopps - und vermeidbaren Fehlern. Bis zum 6:5 aus Sicht des Schott-Spielers. Schmitz, der sich gerade erst nach dreimonatiger Verletzungspause (Ermüdungsbruch im Fuß) wieder zurückgekämpft hatte, musste verletzt aufgeben. Der mehrfache deutsche Jugendmeister hatte sich bei einem Ausfallschritt eine Zerrung zugezogen. Enttäuscht packte Schmitz, der im Halbfinale seinen langjährigen Rivalen Promise Iwere (TC Oberwerth Koblenz) ausgeschaltete hatte, seine Sachen. Und auch Hillenmeier – gegen den an Zwei gesetzten Torben Hornung (TC SW Bad Dürkheim) locker ins Finale eingezogen - hätte seinen letzten Jugendtitel gerne anders gefeiert. „Da waren heute viele einfache Fehler dabei“, sagte der 18-Jährige. Unter Druck habe er sich aufgrund hoher Erwartungen aber nicht gefühlt. „Ich wusste, dass es schwer wird, mich zu schlagen.“
Einen perfekten Einstand feierte Benjamin Schweizer bei den U16-Junioren: Der Nachwuchsspieler ist erst vor kurzem aus dem badischen Tennisverband zu BASF TC Ludwigshafen gewechselt und dominierte bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften auf Anhieb die Konkurrenz. Schweizer gab in dem Turnier keinen einzigen Satz ab und zog mit lockeren Zwei-Satz-Siegen von Runde zu Runde. Diese Überlegenheit musste im Finale auch Domenik Weidung (Andernacher TC) anerkennen. Schweizer feierte per 6:1, 6:2-Erfolg eindrucksvoll den U16-Titel. Bijan Wardjawand, Verbandstrainer im TV Rheinland, meinte dazu: „Domeniks Gegner war stabiler und abgeklärter.“
In den wichtigen Momenten hellwach war der neue Titelträger der U14-Junioren, Jonas Schoof vom TV Hagenbach. Der an Position zwei gesetzte neue Landesmeister hatte im Turnierverlauf die knappsten Matches der Konkurrenz zu überstehen. Nach einem 6:3, 6:7, 6:2-Krimi im Halbfinale über Leonard Stolz (TSC Mainz) bewies Schoof auch im Endspiel Nervenstärke: 6:4, 6:4 gegen Jonathan Schmitz (Andernacher TC), der als Nummer eins gestartet war und bis dahin nur souveräne Zwei-Satzsiege gefeiert hatte. Gleiches galt auch für Yannick Floer (TC Traben-Trarbach) bei den U12-Junioren. Der topgesetzte Titelkandidat wurde erstmals im erwarteten Finale von seinem Dauerrivalen Florian Zimmer (TC Idar-Oberstein) gefordert. Beide Jungs treffen seit Jahren aufeinander, bisher hatte Floer immer das bessere Ende für sich. So auch in Ingelheim beim knapp erkämpften 7:5, 7:6-Erfolg zum Titelgewinn.
Die einzige Turnierüberraschung 2011 lieferten die U16-Juniorinnen. Emily Laschek heißt die neue Titelträgerin. Ungesetzt war die Nachwuchsspielerin des TC RW Kaiserslautern, die vor ein paar Jahren schon zu den besten ihres Jahrgangs zählte, dank starker Auftritte von Runde zu Runde gezogen. Im Halbfinale schaltete Laschek mit 6:0, 6:3 die an Zwei gesetzte U14-Vorjahressiegerin Janina Berres (SP Simmern) aus. Mit Sarah Kraus (TSC Mainz) ereilte auch die zweite Favoritin (3:6, 3:6 gegen Lara Dimmer vom TC Kenn) im Halbfinale frühzeitig das Aus. Im Finale der Überraschungsjuniorinnen nutzte Laschek beim 6:3, 6:1-Erfolg überzeugend die Chance auf den Titel.
Ihrer Favoritenrolle gerecht wurde dagegen Livia Kraus bei den U14-Juniorinnen. Die Spielerin des TSC Mainz, in Ingelheim an Position eins gesetzt, schwankte im Turnierverlauf nur ein einziges Mal, beim Drei-Satz-Sieg im Viertelfinale. Im Endspiel war Kraus beim 6:2, 6:2 gegen Lisa Ilzhoefer (TV Hagenbach) dagegen klar die bessere Spielerin und feierte überzeugend ihren nächsten Meistertitel. Was die spielerische Überlegenheit angeht, servierte die Meisterin bei den U12-Juniorinnen: Cora-Lynn von Dungern (BASF TC Ludwigshafen) ist in dieser Altersklasse derzeit das Maß aller Dinge. In einem stark besetzten Feld feierte die Topfavoritin einen Zwei-Satz-Sieg nach dem anderen. Herausforderin Franziska Ahrend (TSV Schott Mainz) wehrte sich im Finale nach Kräften, musste sich dem starken Spiel von Dungerns beim 1:6, 3:6 aber ebenfalls beugen.

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